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Hilfe für die Opfer der Flut. Dringend Spenden benötigt  


Helferinnen und Helfer von „Corazones para Peru“ bringen den Familien in den betroffenen Dörfern Lebensmittel, Kleidung und Medikamente / Auch Hilfe beim Wiederaufbau zugesagt/ Pläne zur Prävention existieren laut Politikern

Urubamba / Peru, 15.02.2013: Die Flut kam in der Nacht, gegen zwei Uhr, als Benilda Asunta Rosel schlief. „Von dort oben“, sagt die 31-jährige Frau und zeigt mit der Hand in Richtung des schmutzig-braunen Flusses und der grünen Berge, die sich als Panorama im Hintergrund aufreihen. „Es ging alles sehr schnell“, so Rosel. In ihren Händen hält die Frau eine Waage und eine goldene Ikone, die Jesus Christus bei der Kreuzigung zeigt. Mehr konnte Rosel nicht vor der Flut retten. Dann zeigt sie auf einen leeren Raum, in dem das Wasser knöchelhoch steht. „Dort war meine Küche“, sagt sie. „Jetzt ist da nichts mehr.“ Rosel lebt in dem Dorf Tancac, nahe Ollantaytambo, im Süden Perus.


Seit Oktober 32 Menschen in den Fluten ertrunken

Insgesamt über 50.000 Menschen sind allein im Süden Perus betroffen. Der starke, wochenlange, teilweise sintflutartige Regen ließ die Flüsse steigen und über ihre Ufer treten, Schlammlawinen die Berge hinab rutschten. Seit Oktober sind 32 Menschen in den Fluten ertrunken, berichten peruanische Zeitungen, darunter ein deutscher Tourist, der an den Folgen eines Steinschlages starb. Viele Menschen werden noch vermisst. Rund 48.000 Gebäude wurden verwüstet, hunderte Menschen sind obdachlos. Die Schäden werden auf über 100 Millionen Euro geschätzt. Für mehrere Regionen wurde der Notstand ausgerufen. In vielen größeren Städten, aber vor allem in den kleineren Dörfen wie Tancac, herrschen Versorgungsprobleme: kein Trinkwasser, kein Strom, keine Lebensmittel. Die Menschen leiden, weil die Flut sie von der Außenwelt abgeschnitten hat.


Die meisten Familien haben alles verloren

Auch in Tancac haben die meisten Familien alles verloren. Felder, auf denen Mais und Weizen wuchs, sind völlig überschwemmt, die Ernte ist verloren. Die Flut riss Mauern mit sich, Dächer, ganze Häuser, überspülte hektarweise Ackerland und tötete das Vieh. Dort, wo die Häuser standen, liegen Steine und Kies. Dort, wo die Straße durch den Ort führte, steht eine Schicht aus dickem Schlamm. Daneben steht Margot Dante Noemi Aima, 27. Sie hält einen Becher mit Wasser in ihrer Hand. „Wir haben nichts mehr“, sagt sie. „Die Flut hat alles mit sich gerissen.“ Neben ihr steht ein Kanister mit Trinkwasser.


Über 300 Liter Trinkwasser, Lebensmittel, Kleidung und Medikamente

Die Helferinnen und Helfer von „Corazones para Perú“ gehören drei Tage nach der Naturkatastrophe zu den Ersten, die den Unglücksort erreichen. Mit dabei haben sie mehr als 300 Liter Trinkwasser. Am folgenden Tag fahren sie erneut in das Dorf: mit 40 Wolldecken, 5 Säcken Gemüse zu jeweils 50 Kilogramm, Paletten mit Wasserflaschen, 4 Säcken Kleidung, einem Sack Fleisch und Kisten mit Medikamenten und Verbandsmaterial. All Gespendet von Hotels, Restaurants, Geschäften, Apotheken und Marktständen aus Urubamba, die „Corazones para Peru“ über die Naturkatastrophe informierte. Während Aima mit ihren Nachbarn im Kreis steht und Becher mit Wasser an alle verteilt, zerlegen einige Meter weiter Männer das Dach eines Hauses, das eingestürzt ist. An anderer Stelle fließt ein kleiner Nebenarm des Flusses Tancac mitten durch ein Wohnzimmer. Die Bilder hängen noch an der Wand. Von weiter hinten lärmt der große, gelbe Bagger, der unablässig das Flussbett ausschaufelt.


„Die Politiker reden immer nur“, sagt ein Bewohner des Dorfes

Auch Aimas Vater Rudescindo, 58, steht in der Runde und erzählt von seinen Geschwistern, deren Haus nahezu völlig zerstört wurde. Das Haus liegt auf der anderen Seite der Straße, die durch das Dorf führt und damit näher am Fluss. Aber Aima erzählt auch von seiner Enttäuschung, und davon, dass die Gefahr eines Hochwassers eine alte und keine neue Geschichte sei. Mehrere Versammlungen des Gemeinderates habe es bereits gegeben, er sei ja selbst dabei gewesen. Immer wieder sei die Forderung gewesen, Mauern zu bauen. Zum Schutz vor dem steigenden Wasser. „Aber es ist nichts passiert“, sagt Aima. „Die Politiker reden immer nur.“ Auch an diesem Tag.


Peruanischer Präsident schaut sich die Lage von oben an

Die Bürgermeister von Ollantaytambo und Urubamba sind nach Tancac gekommen, um zu den Bewohnern zu sprechen. „Für uns ist die Situation sehr traurig“, sagt der Bürgermeister von Ollantaytambo, zu dessen Bezirk auch Tancac gehört. „Wir müssen einander zuhören, einander beistehen und einander helfen“. Danach sichert eine Versorgung der Menschen mit Lebensmitteln zu und verspricht auch, dass die Nachbardörfer mit Material und Maschinen bei den Aufräumarbeiten helfen werden. Am Ende spricht er lange von Prävention, die sehr wichtig sei. Oben am Himmel, über dem Schutt, dem Kies und dem Schlamm, kreist ein schwarzer Hubschrauber. „Das ist der peruanische Präsident, der sich ein Bild von der Situation machen will“, sagt ein Polizist, der die Aufräumarbeiten überwacht.


Pläne für Schutzwälle gegen die Flut existieren bereits

Das letzte Mal, als die Flut annähernd so schlimm gewesen sei, sagt Paull Palma Herrera, das sei vor etwa 30 Jahren gewesen. Herrera, 37, ist Mitglied im Gemeinderat von Ollantaytambo, der dem Bürgermeister untersteht. Einen Tag nachdem die Flut kam, hat Herrera mit seinen Männern insgesamt 100 Familien aus ihren Häusern gerettet. „Wir haben versucht zu retten, was möglich war“, sagt er. In den meisten Fällen war das allerdings nicht viel. Alle 120 Mitarbeiter der Municipalidad in Ollanytambowaren im Einsatz, zusätzlich waren noch 100 Helfer vor Ort. „Diese Helfer sind in der Regenzeit auf Abruf“, erklärt Herrera. „Sie sind alle im Einsatz, wir brauchen derzeit jeden Mann und jede Frau.“ Die Prävention, von der die Bürgermeister sprechen, kennt Herrera bereits. Pläne existierten auch bereits, so sagt er: Schutzwälle, die zwölf Meter lang und zweieinhalb Meter hoch wären. Mauern würden gegen die Fluten des Flusses helfen, davon ist Herrera überzeugt. „Das ist die einzige vernünftige Lösung.“ Auch „Corazones para Peru“ setzt sich für eine derartige Prävention sowie eine langfristige Hilfe für die Menschen ein. Deshalb ruft das Hilfsprojekt zu Spenden in Deutschland und Peru auf, die unmittelbar in den Wiederaufbau der betroffenen Dörfer fließen sollen.


Wenn Sie den Opfern der Flutkatastrophe im Süden Perus helfen wollen, spenden Sie an „Corazones para Peru“ unter dem Stichwort „Flut Peru“ an: Deutsche Bank Königstein, BLZ 500 700 24, Konto 47 222 37




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